Zukunftskompetenzen, KI und Diversität: Warum Innovationsfähigkeit neue Perspektiven braucht

Am 20. Mai 2026 fand in Wien das zweite Diversitec Business-Frühstück statt – ein vertraulicher Austausch unter rund 25 C-Level-Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung und Technologie. Im Mittelpunkt stand die Frage: Welche Kompetenzen brauchen Organisationen, um in Zeiten von KI, Branchenwandel und wirtschaftlichem Druck innovationsfähig zu bleiben – und welche Rolle spielt Diversität dabei?

© Philipp Lipiarski / www.lipiarski.com

Zwei Jahre Diversitec: Vielfalt als Standortfaktor

Henriette Spyra, Leiterin der Sektion Innovation und Technologie im BMIMI, eröffnete den Vormittag mit einer Bilanz über knapp zwei Jahre: neun Veranstaltungen mit über 400 Teilnehmer:innen, mehr als 200 LinkedIn-Beiträge zu Diversität und Innovation, neue Tools wie der Diversitec DEI-Check oder der Stellenanzeigen-Check – und mittlerweile knapp 50 Botschafter:innen aus Wirtschaft, Forschung und Technologie. Ihr zentrales Argument: Diversität ist nicht nur ein gesellschaftliches Anliegen, sondern ein wirtschaftlicher und technologischer Standortfaktor.

Zentrale Erkenntnisse

KI verschiebt, welche menschlichen Fähigkeiten wirklich zählen. In der Diskussion kristallisierten sich Systemdenken, Lernfähigkeit, Schnittstellenkompetenz und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, als entscheidende Zukunftskompetenzen heraus. Klassische Fachprofile verlieren an Bedeutung – die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden, gewinnt.

Diverse Teams erzeugen Reibung – und genau darin liegt oft der Innovationsimpuls. Die Teilnehmer:innen waren sich einig: Vielfalt breit zu denken – über Gender hinaus, hin zu Alter, kulturellen Hintergründen, neurodiversen Perspektiven und unterschiedlichen Denkstilen – ist keine Symbolpolitik, sondern ein strategischer Hebel.

Gleichzeitig war ein gesellschaftlicher Backlash spürbares Thema: In wirtschaftlich unsicheren Zeiten greifen viele Organisationen wieder auf traditionelle Muster zurück. Diversity-Budgets werden gekürzt, Führungspositionen wieder männlich nachbesetzt – obwohl dieselben Unternehmen gleichzeitig über Fachkräftemangel sprechen. Der Tenor des Vormittags war unmissverständlich: Genau jetzt ist Führung mit Haltung gefragt.

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Fazit

Das zweite Diversitec Business-Frühstück machte deutlich: Diversität ist kein Nebenschauplatz der Transformation – sie ist eine Voraussetzung dafür. Und unbezahlte Sorgearbeit, fehlende Vereinbarkeitsstrukturen und der Rückfall in alte Rollenbilder sind keine individuellen Probleme, sondern wirtschaftspolitische Herausforderungen sowie ein Auftrag an Führungskräfte, mit klarer Haltung voranzugehen und mitzugestalten.

Wir freuen uns, die teilnehmenden Führungskräfte als Diversitec Ambassadors gewonnen zu haben. Sie unterstützen die Initiative tatkräftig – als sichtbare Vorbilder und als Partner:innen für Unternehmen, die aktiv an ihrer Innovationskraft arbeiten möchten.

Den ausführlichen Nachbericht zum Diversitec Business-Frühstück gibt es hier zum Download.

Download Nachbericht (PDF)