Diversitec Netzwerktreffen in Wien: Innovation ist nicht nur eine Frage der Technologie
Am 9. September 2026 kamen in der Libelle im Wiener MuseumsQuartier rund 140 Führungspersönlichkeiten und Gestalter:innen aus dem FTI-Sektor zum Diversitec-Netzwerktreffen im Rahmen des FFG-Forums zusammen. Zwei Jahre nach dem Start der Initiative war die Botschaft klarer denn je: Vielfalt ist kein Nebenschauplatz, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor – gerade in herausfordernden Zeiten.
Zwei Jahre Diversitec: vom Zuhören zum systematischen Management
Henriette Spyra, Leiterin der Sektion Innovation & Technologie im BMIMI, eröffnete den Abend mit einer klaren Standortbestimmung: Vielfalt und Teilhabe seien Gelingensbedingungen für Innovation. Im Rückblick zeichnete sie die Entwicklung der Initiative nach – vom Abholen der Bedarfe in Netzwerken und Unternehmen bis zu mittlerweile fast 60 gewonnenen Diversitec Botschafter:innen aus dem Top-Management. Mit dem Abend wurde offiziell das dritte Jahr eingeläutet: Netzwerke und Unternehmen sollen jetzt noch stärker zusammengebracht und gemeinsame Anstrengungen in Wirkung übersetzt werden. Ihre zentrale Botschaft: Diversität wird nur dann zum Innovationsmotor, wenn sie systematisch gemanagt wird – als Führungsthema, nicht als Aufgabe der Personalabteilung allein.
Zentrale Erkenntnisse
Im Panel „Innovation ist nicht nur eine Frage der Technologie“ diskutierten unter der Moderation von Hannah Wundsam (AustrianStartups) vier Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Innovationsförderung, was es braucht, damit aus Vielfalt tatsächlich Innovationskraft wird. Karin Tausz (FFG) betonte, dass es über sichtbare Diversitätsmerkmale hinaus vor allem institutionalisierten Widerspruch in der Unternehmenskultur brauche. Mario Bernhart (RISE) zeigte anhand eines Praxisbeispiels, wie Altersdiversität blinde Flecken in Innovationsprozessen aufdecken kann. Christoph Knogler (KEBA Group) sprach offen über eine gelebte Fehlerkultur im Top-Management sowie über die eigenen, noch niedrigen Frauenanteile im Unternehmen. Ulrike Haslauer (Compact Electric) machte deutlich, dass Vielfalt in ihrem Betrieb seit jeher gelebte Praxis ist.
In der anschließenden Publikumsdiskussion wurden Best Practices, Tools und Benchmarks als wichtigste Hebel für mehr Innovationskraft durch Vielfalt genannt – ergänzt um den Hinweis, dass es neben KPIs auch Male Allies und eine offene Debatte über Väterkarenz braucht.
Im zweiten Teil des Abends stellten drei Netzwerk-Vertreterinnen ihre Initiativen vor: Sigrid Reimer präsentierte Women4PaperIndustry (W4PI), Simona Neubauer-Gstrein Women in Health IT (w-HIT) und Stephanie Jakoubi gleich zwei Initiativen – SheDigital und shecurity.
Das Diversitec-Team stellte abschließend vier praktische Tools vor, die im vergangenen Jahr direkt aus dem Bedarf der Community entwickelt wurden und frei im Servicebereich der Website zur Verfügung stehen. Diversitec wird künftig außerdem den Staatspreis Technologie in der Kategorie „Innovationskultur“ aktiv unterstützen: Die nächste Verleihung findet am 10. Juni 2027 in Wien statt. Mehr Details dazu folgen in Kürze hier auf unserer Website, auf LinkedIn und über unseren Newsletter: hier zum Newsletter anmelden
Fotogalerie
Fazit
Der rote Faden des Abends: Diversität zeigt sich nicht nur an nach außen sichtbaren Merkmalen, sondern daran, ob eine Organisation Widerspruch aushält und offen mit Fehlern umgeht. Beim anschließenden Networking wurde genau diese Haltung gelebt – ein wertschätzender Austausch über Branchen und Perspektiven hinweg, als Startschuss ins dritte Diversitec-Jahr.
Den ausführlichen Nachbericht vom Netzwerktreffen gibt es hier zum Download.










































































































