Autism at Work: Neurodiversität als Wettbewerbsvorteil
Vielfalt denken, Vielfalt leben. SAPs „Autism at Work“-Programm zeigt: Wenn Unternehmen Arbeitsumgebungen schaffen, in denen alle aufblühen können, gewinnt die gesamte Organisation.
Das deutsche Softwareunternehmen SAP zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Unternehmenssoftware. Seit 2013 geht das Unternehmen jedoch weit über technologische Innovation hinaus: Mit dem Programm „Autism at Work“ hat SAP eine Initiative ins Leben gerufen, die heute international als eine der wegweisenden Best Practices zur Förderung von Neurodiversität gilt. Das Ziel: ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Menschen mit Autismus-Spektrum ihre Stärke voll einbringen können und damit einen messbaren Mehrwert für das gesamte Unternehmen erzielen.
Vom Pilotprojekt zur globalen Initiative
Was 2013 mit einer kleinen Gruppe von Mitarbeitenden begann, ist heute ein strukturiertes, weltweites Programm. Mit über 235 Mitarbeitenden in 16 Ländern (Stand Q3 2023) setzt SAP Maßstäbe im Bereich Diversity, Equity & Inclusion (DEI). Kurz: ein unternehmerisches Bekenntnis zu Vielfalt, Gleichberechtigung und Zugehörigkeit am Arbeitsplatz. Dieses Programm macht vor allem eines besonders: Es beschränkt sich nicht auf Einstellungsquoten oder symbolische Maßnahmen, sondern greift tief in Unternehmenskultur und -struktur ein.
Der Einstellungsprozess bei SAP wurde gemeinsam mit externen Expert:innen grundlegend überarbeitet. Klassisches Bewerbungsgespräche wurden durch stärkenorientierte Assessment-Formate ersetzt. Das heißt der Fokus liegt weniger auf den sozialen Interaktionsfähigkeiten, sondern auf den tatsächlichen Fähigkeiten der Bewerber:innen. Das ermöglicht es Menschen im Autismus-Spektrum, ihr Potenzial von Beginn an einzubringen.
Infrastruktur, die für alle funktioniert
SAP hat verstanden, dass inklusive Strukturen keine Sonderlösung für einzelne Gruppen sind, sondern für alle Mitarbeitenden Standard sein sollten. Bürogestaltung, Besprechungsformate, Arbeitszeiten und Kommunikationsstil wurden so angepasst, dass sie den vielfältigen Bedürfnissen der gesamten Belegschaft gerecht werden. Das bedeutet für alle: flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, remote zu arbeiten.
Zusätzlich investiert SAP in individuelle Begleitung: Mentoring-Programme, Job-Coaching, Achtsamkeitsinitiativen und umfassende Gesundheitsleistungen. Das hilft Mitarbeitenden, ihr volles Potenzial zu entfalten – unabhängig von ihrer neurologischen Ausgangslage. Und das wirkt sich nachweislich positiv aus: Mitarbeitende sind zufriedener und auch das Unternehmen profitiert von mehr Teamgeist und neuen Ideen.
Drei Learnings für Unternehmen
- Einstellungsprozesse neu denken: Stärkenorientierte Assessment-Formate machen die Fähigkeiten aller Bewerber:innen sichtbar – und öffnen Türen für Talente, die durch klassische Interviews benachteiligt werden.
- Flexibilität als Standard etablieren: Flexible Infrastruktur, Kommunikation und Arbeitszeiten sind kein Zugeständnis, sondern ein Qualitätsmerkmal – und stärken die Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeitenden.
- Über das eigene Unternehmen hinausdenken: Partner:innenschaften wie der SAP Autism Inclusion Pledge (globale Initiative, die Unternehmen ermutigt, sich klar zur Inklusion von autistischen Menschen am Arbeitsplatz zu bekennen) zeigen, dass inklusive Impulse die größte Wirkung entfalten, wenn sie weitergetragen werden.